Kuba – Cayo Lago (Januar 2006)

Die im Südwesten der Karibikinsel Kuba unweit der Isla de Juventud gelegene Insel Cayo Largo war im Januar 2006 das Ziel einer Tauchreise.

Nach dem verheerenden Hurrican Michele im November 2001,  bei dem auch komplette Hotelanlagen zerstört worden sind, hat sich hier vieles verändert.

Neue Anlagen sind entstanden, andere sind wieder aufgebaut bzw. repariert worden. Seit damals wird dieses Ziel von Deutschland aus leider nicht mehr direkt angeflogen. Damit ist ein Zwischenstopp in Havanna bzw. Varadero zwangsläufig.

Eine interessante Urlaubseinstimmung ist schon der dadurch notwendige Inlandsflug in russischen Flug-Oldtimern der Typen JAK 40 und mitunter auch in Propellermaschinen des Typs A 24. Diese stammen aus der Luftfahrtepoche, die sich unmittelbar an die „Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ anschloss. Wir sind wohlbehalten gelandet.

Nach Auskunft der Reiseleitung vor Ort bieten auch nur noch 3 deutsche Reiseveranstalter das Ziel überhaupt an, hierbei die Hotels „Sol Pelicano“ und „Hotel Sol Cayo Largo“.

Die Insel Cayo Largo hat, streng genommen, mit Kuba wenig gemein. Es ist ein reines All-Inclusive-Touristenziel, außer den Beschäftigten haben Kubaner keinen Zutritt. Faszinierend sind die kilometerlangen schneeweißen Strände am azurblauen Meer. Darüber hinaus bietet der ausgedehnte Mangrovenwald zahlreichen Vogelarten Heimstatt.

Es gibt nur eine einzige „Straße“, die die Insel erschließt. Diese ist nur etwa zur Hälfte asphaltiert, um die Hotels mit dem Flugplatz und der Marina zu verbinden. Wenn man sich also zur Weiterfahrt entscheidet, nachdem man das Hotel „Cayo Largo Beach Ressort“ passiert hat, benötigt man Allradantrieb bzw. Geschick im Umgang mit dem Roller.

Das Hotel: Die 3 Stern-Anlage „Sol Pelicano“ ist, ähnlich wie andere Hotels, wieder neu entstanden. Die weitläufige Anlage, zu der mehrere zweigeschossige Unterkunftsgebäude gehören, erstreckt sich in einem tropisch blühenden Garten.  Die Gebäude gruppieren sich um eine geschmackvoll angelegte Poollandschaft.

Die Zimmer mit Terrasse bzw. Balkon sind gemütlich. AC, Fernseher (Deutsche Welle TV), Kühlschrank, Safe und Telefon sind dem Standart entsprechend vorhanden.  Neben dem zentralen Restaurant gibt es alternative Möglichkeiten Hunger und v.a. Durst zu stillen.

Die Verpflegung ist in Ordnung, wenn man 2 Wochen auf Schwarzbrot verzichten kann.

Die Gäste sind überwiegend italienischer Herkunft, auch einige Kanadier sind hier zu Gast.

Deutschsprachige Gäste sind eher selten.

Gut geeignet auch für Familien mit Kindern oder solche mit behinderten Angehörigen. 

Tauchen: Morgens und/ oder nachmittags wird man mit dem Shuttlebus zur 8 km entfernten Tauchbasis “Playa Sirena“ gebracht. Diese ist die einzige vor Ort, liegt direkt neben der kleinen Marina der Insel und arbeitet bemerkenswert professionell.

Die Ausfahrten erfolgen mit einem großen Boot, meist werden Plätze angefahren, die nur 15 bis 25 min entfernt liegen. Bei selten mehr als 6-8 Gasttauchern an Bord war bei uns optimale Betreuungsdichte garantiert. Briefing (englisch) und Buddyeinteilung erfolgten sorgsam.

Was uns jedoch am Besten gefiel war eine Infotafeln mit den Tauchzielen der gesamten Woche. An den Vormittagen werden die Ziele mit Tiefen um die 30 m, nachmittags die bis ca. 18 m und ggf. bei einer 3. Runde ganz flache Ziele angesteuert.

Jeder kann entsprechend planen, selbst bei mehrwöchigen Tauchurlauben lässt sich so auf Wunsch vermeiden, ein und denselben Platz mehrfach zu betauchen. Absolute Klasse!

Die Plätze sind attraktiv: wahre Gärten aus Korallen in vielerlei Formen und Farben und dazu Fisch satt. Barakudas, Muränen, Rochen, Riffhaie, Schildkröten und Schwarmfische, alles da.

Bei kühlem Nordwind, der für ordentlich bewegte See sorgt, empfiehlt sich eine Windjacke für die Rückfahrt.

 

Alternative Aktivitäten: Die Strände „Playa Paraiso “ und „Playa Sirena“ werden mehrfach täglich mit den Shuttles der Hotels angefahren. Wegen ihres besonders feinen Sandes zählen sie zu den berühmtesten Stränden weltweit. Bis zum Nachmittag sind sie gut besucht, jedoch verteilen sich die Urlaubermengen bei über 8 km Strandlänge. Auf die Akzeptanz  von FKK (in der Karibik!) wird der Gast hingewiesen.

Die im Nordosten der Insel gelegenen Strände „Playa Blanca“, „Playa Los Cocos“ und „Playa Tortuga“ erreicht man mit dem geliehenen Geländewagen oder Roller. Hier hat man, wenn man dies will, einen kilometerlangen Abschnitt schneeweißen Traumstrandes völlig für sich allein. Das kommt dem Paradies wirklich nahe.

Flugausflüge ins koloniale Havanna, nach Pinar del Rio oder Trinidad haben wir nicht wahrgenommen. Verschiedene Törns mit Segelkatamaran oder zum Hochseefischen ebenfalls nicht, wir waren ohnehin oft auf See.

 

Fliegen:         

ca. 10 Stunden ab Berlin oder Frankfurt nach Havanna oder Varadero

Klima:           

gemäßigtesTropenklima, Reisezeit ganzjährig, selbst das Wasser hat 27 °C

Impfungen:    

Keine Pflichtimpfungen; Diphterie-, Polio- und Tetanusimmunisierung ggf. auffrischen lassen, Hepatitis A wird empfohlen

Geld:  

Kreditkarten und Reiseschecks keinesfalls von American Express!
Euro und andere frei konvertierbare Währungen werden seit 2004 zwangsläufig in den Peso Convertible (CUC) umgetauscht. Der Umtauschkurs beträgt 1,04 CUC/ €. Für US-Dollar wird hierbei eine zusätzliche Gebühr von 10 % erhoben. Der Rücktausch ist unproblematisch.

Ansonsten ca. 11 % Gebühr bei allen Kartenzahlungen und Euro-Bargeld zum Umtausch in CUC das Zahlungsmittel der Wahl!

Preise:           

ca. 1700,- € für 14 Tg. mit AI, praktisch kein Angebot im Last Minute
5 TG mit eigener Ausrüstung kosten 150,- CUC; 10 TG 300,- CUC;
20 TG 495,- CUC

Reiseführer: 

Dumont, Marco Polo u.v.a.

Fazit:       

Ein Idealziel für Ruhesuchende mit und ohne Tauchambitionen.

Kuba kennen lernen kann man hier nicht! Wer dies (auch) möchte, sollte über die Kombination einer Rundreise und eines Anschlussaufenthaltes auf Cayo Largo nachdenken.
Wir hatten 2 Wochen Traumurlaub…

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