Malediven – Kandooma (März 2004)

Kandooma – Tauchen mit etwas schmalerem Geldbeutel. Die Malediven sind natürlich nicht gerade billig. Die weite Anreise, ab Berlin rund 8000 km Flug. Dann muß alles, außer Fisch und Koksnüsse importiert werden. Sogar das Trinkwasser in Flaschen. Das Brauchwasser wird durch Meerwasserentsalzung mit hohem Energieaufwand gewonnen, ebenso die Elektroenergie. Jede Insel ist eine kleine autonome Stadt!

Wir waren im März 2004 für 2 Wochen auf Kandooma Island tauchen.

Diese Insel liegt im Südosten des Südmale-Atolls, am Atollrand, ca 35 Minuten mit dem Speedboot vom Flughafen Hulule / Male. Es ist eine sehr gepflegte und schöne grüne Insel. Es gibt viele verschiedene blühende Pflanzen, kleine Echsen, Flughunde, ein Fischreiherpaar mit Nachwuchs und Krähen!

Die ca. 100 Zimmer werden in den Katalogen in zwei Kategorien angeboten, mit u. ohne Klimaanlage. Die Praxis ist vielfältiger. Es gibt kaum zumutbare fensterlose Zimmer in einem barackenähnlichen Gebäude, gute Einzelbungalow und wunderschöne Doppelbungalow.

Auf den Zimmern gibt es nur kaltes Wasser – das hat uns bei den tropischen Temperaturen nicht wirklich gestört. Wichtig: Es gibt nur ein Handtuch pro Person ! (Steht nicht im Katalog) Zimmerservice ist zweimal täglich. Das Essen ist sehr gut, viel Obst und Gemüse. Es gab abwechselnd Bufett oder Menü. Das Personal ist sehr freundlich und aufmerksam. Es gibt einen Shop mit kosmetischem Grundbedarf und natürlich Souvenieren.

Ein Kinderspielplatz und ein großer Süßwasserpool ermöglichen einen Urlaub für die nichttauchende Familie. Schnorcheln ist in zwei Lagunen möglich.

Das Ausflugangebot ist gut und bietet auch einen Trip zur Hauptstadt Male. Die Insel hat kein Hausriff. Wir haben es auch nicht vermisst.

Und nun zum Tauchen. Die PADI-Tauchbasis arbeitet konsequent nach den maledivischen Gesetzen.
Taucher mit 1.Level-Brevet, egal von welchem Tauchverband, dürfen grundsätzlich nicht tiefer als 20 Meter tauchen !

Die Tauchplätze liegen fast alle zwischen 5 und 25 Bootsminuten entfernt.

Durch die Lage der Insel am Außenriff sind die TG innerhalb des Atolls oder am Außenriff und damit auch sehr unterschiedlich. Bei einigen sind die Schäden durch EL Nino nicht zu übersehen.

Es gibt einen festen Wochenplan.

Zeit Mo Di Mi Do Fr Sa So
6.00 –  X  –  –  X  –  – early morning
9.00 X  X  X  X  X  –  X
14.30 X X  X  X  X  X  X
18.00 – –  X  –  –  X  – Nachttauchen

Für die beiden Tages-TG konnte man zwischen zwei Kategorien wählen und sich in die ausliegenden Listen eintragen:

– “ Nice and easy“ ( voraussichtlich keine oder geringe Strömung )
– “ Advanced“ ( voraussichtlich starke Strömung, bis „Waschmaschine“)

Die Praxis sah manchmal anders aus. Deshalb wurde vom Guide fast immer die Strömung vorher gecheckt. Nach dem Briefing wurde je nach Wunsch und Qualifikation entweder hinter dem Guide her oder paarweise selbständig getaucht. Entsprechend den Gesetzen der Malediven ist die Tiefe auf 30 m und die Zeit auf 60 min begrenzt.

Die Standardausrüstung waren 10 L-Alu-Flaschen. Bei stark abweichendem Luftverbrauch konnte zur Buddyanpassung eine 12 L-Alu-Flasche beantragt werden.

Grundsätzlich wurde am Tage mit Signalboje aufgetaucht. Jeder Taucher musste eine haben. Diese wurden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Bei den Nacht-TG erhielt jeder Taucher zu seiner Tauchlampe kostenfrei ein Nico-Notsignal.

Die Guide waren alle in Ordnung. Der eine liebte die Haie, die andere mehr die Putzergarnele. Die Korallenvielfalt hielt sich in Grenzen. Aber Fische gab es kaum überschaubar. Die Aufzählung wäre zu umfangreich. Wir haben noch nie so viele Napoleon gesehen. Und auch verschiedene Nacktschnecken haben wir fotografiert.

Ein Wrack war auch im Angebot, mit einem Anglerfisch !

Das Tauchpublikum war international – Deutsche, Franzosen, Engländer, Italiener, Schweizer, Österreicher, Holländer- sehr angenehm.

Am Speisesaal klebten viele Vereinslogo. Von unserem Verein auch schon! Wir hatten ein Tauchpaket vorab gebucht. Die Tauchgänge darüber hinaus wurden kostengünstig berechnet. Dadurch haben wir gegenüber dem Vorort-Preis 37 % gespart!

Die Tauchleistungen vor Ort werden über das Hotel mit 10 % Aufschlag abgerechnet. Die Insel selbst ist kostengünstig im Angebot. Durch Veranstaltervergleich und Wahl desReisetermins, obwohl März Hochsaison ist, konnten wir im Vergleich zur nächstgünstigenInsel über 20 % einsparen.Wir kennen inzwischen 7 Malediveninseln, davon 3 als Taucher, und würden Kandooma wieder wählen.

Nachtrag: Kandooma wurde durch den Tsunami stark geschädigt und bleibt für längere Zeit geschlossen.

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